Herr Tellkamp im Turm

Ost und West

Debatten von Gestern

19-05-2022
 

Der Film über Uwe Tellkamp und das Dresdener Elbhang-Bürgertum auf 3SAT gestern Abend hat mich einigermaßen erschüttert. Der zentrale Aspekte in dieser Auseinandersetzung interessiert mich gar nicht: Ob er rechts ist, abgedriftet ist oder der Neuen Rechten Vorschub leistet. Mich beschäftigt mehr die Frage, ob uns ein solcher Konflikt beschäftigen sollte.

Programmankündigung des Filmes – © ZDF

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Nicht unerhebliche Teile meiner politischen Ausbildung fanden im H VI der Frankfurter Universität statt. Dieser H VI ist der größte Hörsaal der Uni – zumindest war er das damals. Ich war dabei als Christa Wolff aus ihrer Kassandra las (ein Grossbild in der U-Bahn Bockenheimer Warte zeigt die Veranstaltung), hier fanden zahllose Diskussionen und auch die legendären Sponti-VVn statt (ein anderes Bild in der Bockenheimer Warte – ich irgendwo mittendrin). Auch Dany Cohn-Bendit hat hier oft gesprochen; von ihm habe ich den Trick gelernt, zu sprechen, bevor Du „dran“ bist (hilft sehr gut gegen Lampenfieber!). Sein französisch-verschliffenes Deutsch, er sprach stets in der ihm eigenen assoziationsfordernden Halb-Satz-Diktion, war ein anderer Erfolgsfaktor. Ich hab ihn mehr mit dem Bauch als mit dem Hirn verstanden. Glasklar dagegen und für mein Leben im Gedächtnis blieb mir sein Voltaire-Zitat, dass er dem brodelnden, grölenden und zum Niederbrüllen von ich-weiss-nicht-mehr-wen bereiten 1000-Köpfigen Sponti-Publikum ins Stammhirn brüllte: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ Das war einmal das Grundverständnis des linken, liberalen und auch linksradikalen Milieus – von ein paar stalinistischen oder sonstig K-geeichten Sekten einmal abgesehen.

Der Film über Uwe Tellkamp 

Der Eklat Tellkamp begann in einer öffentlichen Debatte mit Durs Grünbein, in der Herr Tellkamp im März 2018 im Verlauf einer zweistündigen Diskussion (sinngemäß) sagte: „95% aller Flüchtlinge sind keine Kriegsflüchtlinge sondern kommen, um in unsere Sozialsysteme einzuwandern.“ In diesem Satz geht es, wie Tellkamp später im Film darlegt, um das „um“. Dass Geflüchtete vom deutschen Sozialsystem versorgt werden, folgt in doppelter Hinsicht dem Gesetz: einerseits dürfen sie nicht arbeiten und andererseits ist der Staat zu ihrer Unterstützung verpflichtet; faktisch, also mit Ausnahme des „um“, sei dem Satz danach nicht beizukommen. An anderer Stelle bezeichnet er diese (unterstellte) Einwanderung in die Sozialsysteme auch als legitim: er selbst würde vermutlich ebenso handeln. Nur müssten eben auch die Folgen für die Einwanderungsgesellschaft gesehen werden. Nebenbei – kam diese Kritik damals an den „offenen Grenzen“ und dem „Wir schaffen das“-Idiom der Kanzlerin auch aus Teilen der liberalen westlichen Öffentlichkeit. Die vor allem, das kommt in der zugespitzten Diskussion leicht unter die Räder, nicht aus einer rassistischen oder fremdenfeindlichen Haltung, sondern aus einer Sorge um die zu erwartenden Verwerfungen in der Gesellschaft entstanden war, also aus Sorge um eine von daher evozierte Eskalation und einen nach rechts aufgreifenden Meinungswechsel in der ganzen Gesellschaft. Der dann auch tatsächlich, mit der AfD, bis ins Parlament ausstrahlte. 

Seit diesem Satz sieht sich Herr Tellkamp von der westdeutschen Identitätslinken als Paria ausgegrenzt. Er kaut daran schwer, als Person (damit für sich selbst), aber auch als Bürger (und damit für die Demokratie); mixed pickles, sozusagen. Ich bin nicht sicher, wie weit diese Betroffenheitsgeste trägt und akzeptiert werden sollte. Der kritische Punkt ist, dass er nicht seinen politischen Standpunkt verteidigt, sondern die Meinungsfreiheit – die ihm niemand abspricht oder streitig macht! Tatsächlich wird er vom medialen Mainstream für seine politische Haltung kritisiert, will sich aber unter dem Schutzschirm der Meinungsfreiheit unterstellen: das ist unsauber. 

Dem Film gelingt es, zu erklären, dass die Stigmatisierung von Meinungen insbesondere in der bildungsbürgerlichen DDR-Opposition Erinnerungen an das damalige Regime wiedererweckt; sie waren damals für die Meinungsfreiheit aufgestanden und sehen sich heute genötigt, sich neuerlich und für den selben Sachverhalt zu engagieren. Damals war ihr demokratisches Begehren sozusagen westverträglich, heute ist es das nicht mehr. Aber natürlich steht hier auch die Frage im Raum, ab wann eigentlich eine Meinung schlicht scheisse ist, inakzeptabel und ausgrenzungsbedürftig. Als Tellkamp an einer Stelle von der AfD spricht, bleibt undeutlich, ob er deren Existenz gut oder schlecht findet.

Der emotionsgeladene Konflikt hat inzwischen einen Tunnelblick erzeugt, der auf Seiten aller Beteiligten die Aussicht auf das Panorama versperrt. Es ist ein für den Osten symptomatischer, aber in der Genesis doch sehr lokaler Konflikt, in dem eine in oder aus dem Konflikt gewachsene Kooperation von Susanne Dagen mit Götz Kubitscheks Antaios Verlag eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Frau Dagen war als Buchhändlerin eine über Jahrzehnte anerkannte „Instanz“ in Dresden, ihr Buchladen eine Institution, dort haben über lange Zeit wichtige Teile des Dresdener Diskurses stattgefunden – und, nicht unwichtig, sie ist mit Uwe Tellkamp persönlich und offenbar auch ideologisch befreundet. Inzwischen agiert Frau Daten auch als Verlegerin, und ihre Buchreihe „Exil“ versammelt solche Autoren, die in und wegen der Debatte um die Neue Rechte ihre verlegerische Heimat verloren haben – so etwa Monika Maron, die von S.Fischer nicht mehr verlegt wird.

Wie immer in solchen „gewachsenen“ Konflikten sind die treibenden Einzelheiten (das: und-dann-gab-ein-Wort-das-andere) kompliziert. Weniger kompliziert sind die Ergebnisse. Während manche der Beteiligten (sich selbst) glauben (machen)(wollen), für das Recht auf eine vom Mainstream abweichende Meinung „zu kämpfen“, nutzen andere die damit verbundene Chance, um ihr eigenes, durchaus verschlagenes Süppchen zu kochen. In einer Sequenz des Filmes wird eine Diskussion zwischen Susanne Dagen, Kubitscheks Ehefrau Ellen Kositza und Michael Sellner gezeigt; Sellner ist der Kopf der rechtsradikalen Wiener Identitären … es war eine Veranstaltung, für die Sellner mit einem falschen Namen angekündigt wurde. Das jedenfalls killt die Unschuldsvermutung.

Eine Debatte um die Meinungsfreiheit ist vor allem dann schwer zu führen, wenn aus dem Umfeld der zu verteidigenden Meinungen meinungsgetriebene Straf- und Terrortaten hervorgehen: Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte oder NSU-Morde oder Anschläge auf Synagogen u.ä.. Ich erinnere noch sehr genau, dass die Linke der 1970er und 1980er Jahre einige Probleme hatte, die eigene (Staats-)Kritik aus der Sippenhaft mit dem RAF-Terror herauszuhalten. Ich habe diese Zeit miterlebt und weiss daher auch um die stützende bis tragendende Rolle eines (inhaltlich) sympathisierenden Umfeldes. Da mögen sich honorige Persönlichkeiten noch so sehr das demokratische Hemd aufreißen, sie werden in allen Lagern jenem zugeschlagen, für das sie eintreten; jede differenzierende Hoffnung erscheint mir naiv.

So ergeht es nun auch Herrn Tellkamp. Offenbar hatte er Verständnis für die Ängste und Sorgen, die „die Flut der Flüchtlinge“ unter seinen peers und in der Dresdener Pegida- Community hervorrief; es stört ihn offenbar auch sehr, dass die Kommune Dresden an allen wichtigen kulturellen und administrativen Positionen von Westdeutschen "repräsentiert" wird. An einer Stelle des Filmes heisst es, die Bürger zweiter Klasse wären von der Angst getrieben, zu Bürgern dritter Klasse zu werden. 

Mit dem 95%-Zitat war Herr Tellkamp auf eine abschüssige Rampe geraten, die, sein kolerisches Temperament eingedenk, ihn mehr und mehr in eine unabänderliche Zuweisung/Identifizierung trieb: als Neuer Rechter. Zu den Dilemmata unserer Zeit gehört es, dass die Argumente überall vermischt sind („Wenn in der taz und der FAZ dieselbe Meinung vertreten wird …“, so ähnlich sagt es Herr Tellkamp im Film); manche Kritikpunkte sind auch dann berechtigt, wenn sie (auch) von den (jeweils) aktuellen Schmuddelkindern vorgetragen werden. In solchen Fällen kommt es – mindestens – auf das framing an und vor allem auf die Schlussfolgerungen, die angeschlossen werden … müssen. Da mag er jetzt sagen, was er will und mit dem Füsschen stampfen, solange er Zweifeln an seiner ideologischen Ausrichtung Futter gibt und Teile seines Meinungsspektrums mit dem medialen Mainstream inkompatibel sind (und vermutlich noch darüber hinaus), wird er aus dieser Zuweisung nicht entlassen werden. Der Film zeigt Herrn Tellkamp als einen reflektierten Intellektuellen, der „jedoch“ (sozusagen durch Abweichung von den von „Intellektuellen“ gefälligst zu vertretenden Standpunkten) mit dem medialen Mainstream über Kreuz liegt. … Nun: Ich kenne ihn nicht und kann auch nicht beurteilen, ob und inwieweit sein Verständnis von Meinungsfreiheit wahrhaftig oder – wie bei den Kubitscheks – instrumentalisiert und vorgeschoben ist. Was ich aber aus der Geschichte gut kenne, sind Intellektuelle (und andere), die an entscheidenden Wegpunkten ihrer Karriere in eine schlecht- oder unbedachte, unhaltbare Position geraten waren, aus der sie sich, einmal hineingeraten, ohne Gesichtsverlust nicht mehr lösen konnten. 

Die Neue Rechte

Ich hatte gesagt, dass mich der „die Neue Rechte“-Aspekt nicht interessiert – jetzt rede ich aber doch davon? Das führt zu dem, was mich denn auch eigentlich erschüttert hat. Stigmatisierung und Ausgrenzung ist als Schicksal schwer zu ertragen, und natürlich sind Differenzierungen besonders im Umgang mit Menschen von entscheidender Bedeutung. Während ich also – auch aus eigener Erfahrung – Verständnis und Empathie für Herrn Tellkamp empfinde, kann ich nicht umhin, seine intellektuelle Position als mindestens unterbelichtet zu kritisieren {unterstellt, er ist kein klammheimlicher Nazi). Genauer: es ist wieder einmal eine dieser Ungleichzeitigkeiten, die mir zu schaffen macht! Herr Tellkamp und sein Umfeld sind, so scheint mir, in einem ideologischen Matsch festgefahren, der irgendwann in der Mitte des letzten Jahrhunderts entstanden ist.

Einigermaßen symbolisch dafür stehen die Arbeitsinstrumente, mit denen Herr Tellkamp seine Texte erstellt: einmal sitzt er auch an einem Laptop, aber seine eigentliche Arbeit, das vermittelt der Film, entsteht mit der Füllfeder und an verschiedenen mechanischen Schreibmaschinen. Das könnte nun ein Manierismus oder eine Marotte sein, aber …
… mit Ungleichzeitigkeit meine ich: Herr Tellkamp denkt, fühlt und lebt („beim Schreiben bin ich ganz bei mir“) in der DDR und ihrer Geschichte. Das kann man ihm nicht vorwerfen und es sollte auch niemanden verwundern, erstaunlich ist nur, dass die sozialisierten Muster auch 30 Jahre später durch keine Westerfahrung kontaminiert sind. „Der schwarze Kern“ (seine Worte) des Herrn Tellkamp stakt in der Erde am Dresdener Elbhang. Aber ja: das geht vielen, fast allen Menschen so, und nur so kann man sich erklären, dass der Osten „immer noch“ der Osten ist – und nicht etwa in Deutschland angekommen wäre. Natürlich steckt aber auch der Westen tief im Westen! Klaro.

Rechts-Links

Dieser Antagonismus gilt im Osten wie im Westen und hier steckt das Problem fest. Die Denkmuster dieser politischen Begrifflichkeit sind (und werden) vom 21. Jahrhundert und seinen globalen Entwicklungen und Technologien platt gewalzt – nur die Gesellschaften wollen es nicht wahrnehmen. Gibt es eine soziale Frage? Gewiss – in Afrika, Mittel- und Südamerika, in Indonesien … – allein schon die Unterstellung, es gäbe ein Motiv, in das deutsche Sozialsystem einwandern zu wollen, gibt einen Hinweis auf dessen Qualitäten. Gibt es kapitalistische Verwerfungen? Klar: dass die Halbe Welt einer Handvoll Menschen gehört, die für sich und ihre Unternehmen obendrein kaum Steuern zahlen, ist obszön und skandalös; usw.. Und es gibt eine Reihe weiterer „Merkmale“, die auch in die alten Diskussionen entliehen werden können (und werden). Nur sind es nicht mehr die Strukturmerkmale, an denen die Gesellschaftsorganisation kristallisiert.

Während um uns herum die Digitalisierung, die KI und die Robotik die Grundlagen der Wirtschaft von hinten aufrollen, wollen sich die Gewerkschaften noch mit Trillerpfeifen und rosa Laibchen an den Tarifpartnern reiben! Phhh! Während die Finanzindustrie das (aus dem Gedächtnis) zehnfache des Welt-Brutto-Realproduktes um den Globus verschiebt, wollen wir noch der Nation und dem Vaterland die Stange halten. Phhh! Während der Klimawandel die Überlebensgrundlagen der Menschheit angreift, sind wir von Gendern und Identitäten absorbiert. Phhh! … usw., nicht zu reden von Krieg und Pandemien. Wenn es an Herrn Tellkamp etwas zu kritisieren gibt, so ist seine analytische Leistung. Vor mir tut sich ein Abgrund auf, wenn er den Inlands-Kommentator der FAZ, Herrn von Altenbockum, nicht etwa der Denkschwäche oder Dummheit bezichtigt, sondern ihn als „zu weich geworden“ ansieht – da bleiben dann Fragen an die tatsächlichen Überzeugungen des Herrn Tellkamp. Könnte es sein, dass er unter Meinungsfreiheit versteht, dass rechte Positionen nicht nur geduldet, sondern auch schadlos befürwortet werden können? Hier gilt, denke ich, Reich-Ranicki: „Wer zum Kegeln geht, muss damit rechnen, dass die Pins gezählt werden.“ Aber … in Summe … ist es sein im Gestern steckengebliebenes Gesellschaftsbild. 

Das wirklich Schreckliche an der Rechts-Links-Debatte ist die Regression, die Orientierung auf die Vergangenheit. Ich habe schon lange das Gefühl, dass wir, als Gesellschaft, die falschen Konflikte in die falsche Richtung austragen; eben das …verursachte mir bei dem Film gestern Abend die neuerliche Erschütterung.

13-08-2022

Sehr geehrter Herr van Deelen,

Sie schreiben, für Ihr Leben im Gedächtnis sei Ihnen Dany Cohn-Bendits glasklares "Voltaire-Zitat" geblieben, "dass er dem brodelnden, grölenden und zum Niederbrüllen" von Sie-wüssten-"nicht-mehr-we[m] bereiten 1000-Köpfigen Sponti-Publikum ins Stammhirn brüllte": "Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen."

Darf ich Sie auf eine Kleinigkeit hinweisen:

Die Berliner Germanistin Anita Runge stellte vor elf Jahren in einem Aufsatz erneut* klar:

Wie sehr Voltaires Name mit dem aufgeklärten Toleranzverständnis schlechthin verknüpft ist, zeigt die kuriose Rezeptionsgeschichte des berühmten Satzes "Je ne partage pas vos idées, mais je suis prêt à mourir pour que vous puissiez les défendre", der in unzähligen Abhandlungen über Toleranz fälschlicherweise Voltaire zugeschrieben wird, tatsächlich aber eine Übersetzung eines Satzes ist, den S. G. Tallentyre [d.i. Evelyn Beatrice Hall] Voltaire in ihrer biographischen Arbeit: The Friends of Voltaire (London, 1906, S. 199) in den Mund gelegt hat.

Runge, Anita (2011): Toleranz ohne Gott? Johann Karl Wezels (1747-1819) skeptischer Atheismus im Kontext spätaufklärerischer Toleranzmodelle. In: Weiershausen, Romana; Wilke, Insa; Gülcher, Nina (eds.) (2011): Aufgeklärte Zeiten: Religiöse Toleranz und Literatur. (Erich Schmidt Verlag) Berlin. S. 105-122. Hier: Fußnote 7 auf S. 107

* Ihre Quelle dürften das Oxford Dictionary of Quotations und Marjorie B. Garber sein, the William R. Kenan, Jr., Professor of English and Visual and Environmental Studies at Harvard University, and Chair of the Committee on Dramatic Arts, in ihrem Buch Quotation Marks, New York, London, 2002. S. 20

Elisabeth Knowles, die renommierte Lexikographin und Herausgeberin der aktuellen siebten Auflage des Oxford Dictionary of Quotations von 2009 schrieb 2006:

A column in the Daily Telegraph of February 2006 on freedom of speech referred to ‘Voltaire’s famous maxim – “I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.” ’

In De l’esprit [‘On the Mind’], published in 1758, the French philosopher Helvétius put forward the view that human motivation derives from sensation: a course of action is chosen because of the pleasure or pain which will result. The book was seen by many as an attack on religion and morality, and was condemned by the French parliament to be publicly burned. Voltaire is supposed to have supported Helvétius with these words. In fact, they are a later summary of Voltaire’s attitude to the affair, as given in S. G. Tallentyre’s The Friends of Voltaire (1907). What Tallentyre wrote was:

What the book could never have done for itself, or for its author, persecution did for them both. ‘On the Mind’ became not the success of a season, but one of the most famous books of the century. The men who had hated it, and had not particularly loved Helvétius, flocked round him now. Voltaire forgave him all injuries, intentional or unintentional. ‘What a fuss about an omelette!’ he had exclaimed when he heard of the burning. How abominably unjust to persecute a man for such an airy trifle as that! ‘I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it,’ was his attitude now.

(The comment ‘What a fuss about an omelette!’ had been recorded earlier, in James Parton’s 1881 Life of Voltaire.)

Knowles, Elizabeth (ed.) (2006): What they Didn’t Say – A Book of Misquotations. Oxford University Press, Oxford, New York. S. 55

Marjorie Garber explains in Quotation Marks that Hall never intended to imply that Voltaire said the famed quote. By writing the quote ‘in double quotation marks’ Hall was attempting to quantify how Voltaire was thinking, and her choice of punctuation merely signified her interpretation of Voltaire’s beliefs. Garber confirms that when Hall was questioned about the quote many years after her book was published, she explained that ‘she had not intended to imply that Voltaire used those words verbatim, and would be very surprised if they were to be found in any of his works.’ Hall clearly approved of what Voltaire had to say; so much so that she accidentally assisted him in his attempt to say it.

Vgl. außerdem: Citations inventées

Voltaire : «Je ne suis pas d’accord avec ce que vous dites, mais je me battrai pour que vous ayez le droit de le dire.»

À croire certains commentateurs (Norbert Guterman, A Book of French Quotations, 1963) cette citation reposerait sur une lettre du 6 février 1770 à un abbé Le Riche où Voltaire aurait écrit : «Monsieur l'abbé, je déteste ce que vous écrivez, mais je donnerai ma vie pour que vous puissiez continuer à écrire.» En fait, cette lettre existe mais la phrase n'y figure pas, ni même l'idée. On la considère alors comme pseudo-citation ayant sa source dans le passage suivant :

«J’aimais l’auteur du livre De l’Esprit. Cet homme valait mieux que tous ses ennemis ensemble; mais je n’ai jamais approuvé ni les erreurs de son livre, ni les vérités triviales qu’il débite avec emphase. J’ai pris son parti hautement, quand des hommes absurdes l’ont condamné pour ces vérités mêmes.»
(Questions sur l’Encyclopédie, article «Homme» (Dictionnaire philosophique, in Oeuvres complètes, Garnier, 1879, p.385))

Elle a été employée pour la première fois en 1906 dans The Friends of Voltaire, livre anglais d’Evelyn Beatrice Hall écrivant sous le pseudonyme de S. G. Tallentyre, pour résumer la position de Voltaire : « "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it", was his attitude now».
(Marjorie B. Garber, «Quotation marks», Routledge, New York, London, 2002, p. 20)

URL: http://fr.wikipedia.org/wiki/Citation_apocryphe#cite_note-6

Otto Berg

24-09-2022

Die Problemen hören nicht auf. Jetzt habe ich schon dreimal auf Ihren Kommentar geantwortet und jedes Mal ist die Site abgestürzt und meine Antwort ging verloren.
Also erstens: Meine Kommentarfunktion ist nicht in Ordnung. Sie SOLL mir mitteilen, wenn es einen neuen Kommentar gibt, sie tat es aber nicht. DESwegen habe ich Ihren Kommentar nicht bemerkt und erst jetzt, mit gewaltigem Verzug, freigeschaltet. Sorry!

Dann aber danke ich für Ihren Hinweis. Also gut! Voltaire war es nicht. Andererseits: ist auch ein bisschen egal, von wem genau der Satz stammt, oder? Es geht ja um dessen Inhalt.

IvD

06-10-2022

Klar, welche Sätze von Voltaire oder von dessen 200 Jahre jüngeren Biografin sind, ist genauso egal, wie die Frage, welche Sätze von Elke Heidenreich oder von Heidegger sind, bzw. welche von Daniel Cohn-Bendit, von Uwe Tellkamp, Durs Grünbein, von Ihnen, von mir, von Donald Trump, Richard David Precht oder von Wladimir Putin stammen. Es geht ja immer nur um deren Inhalte.

Otto Berg

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