Heiter bis langweilig

Das versendet sich

 

Nee, Alter, echt. Unterhaltsam. Kein Interesse.

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Es gibt Menschen, die können einen zutexten, ohne das man es ihnen übel nimmt. Stukki ist so einer. Sympatisch, irgendwie. Legt alles auf den Tisch, viel fehlt nicht. Ich war soo tief unter, ey, kannste mir glauben.

So what? Kenn ich. Hab ich bei Drafi Deutscher gehört. Hab ich bei Konstantin Wecker gehört. Wie oft schon. Und wie das eben so ist in einer Drogenkarriere: endlose Wiederholungen. Was daran sollte mich interessieren? Ehestens noch interessieren mich die Einblicke in die Lebenshaltung (um nicht -philosophie zu sagen) von Udo. Stukki nennt ihn eine Kunstfigur, mit der der ursprüngliche Udo nunmehr identisch sei. Stukki dagegen ist eine Fassade. Analytisch benennt er zwei Ursachen seines Suchtcharakters: Angst und ADHS. Aha. Er ist jetzt, sagt er, seit 10 Jahren clean, trocken. Schön für ihn. Und? Wir werden alle älter. Er erzählt vom Abgrund, doch tiefenscharf ist da gar nichts. Neon, das Titelbild passt schon, der Titel insinuiert mehr Dramatik, als der Text hergibt.

Mich stört die Eitelkeit. Gedrechselte Sätze (ich liebe gedrechselte Sätze), die, zitatenreich und bildungsschwanger, für diesen Inhalt wie ein Form-Verrat erscheinen, nein, nicht mal einen Verrat begehen sie, sie sind nur verräterisch. Kokett. Immer wieder, heisst es im Buch, habe sich Stukki (in der Öffentlichkeit) das Hemd ausgezogen. DAS ist es. Exhibitionismus. Er bedient, es muss mal wieder etwas Kohle ins Haus, die unteren Register. Boulevard. Name dropping.

Wie sagte es MRR: wer zum Kegeln geht, muss sich damit abfinden, dass die Pins gezählt werden. Also: Unterhaltsam. Nebensächlich. Versendet sich.