Der Wissenschaftler auf der Erbse

Andreas Reckwitz schrieb: „Die Gesellschaft der Singularitäten“

Ein Nach Ruf

 

Andreas Reckwitz hat mit "Die Gesellschaft der Singularitäten" einen regelrechten Knaller publiziert, fast möchte man sagen: eine Singularität, einen Bestseller der "Schwarzbrotfraktion". Das passiert wahrlich selten. Ihm hat es einen festen Platz in der deutschen Meinungselite gesichert. Wie immer viel zu spät – bin ich anderer Meinung.

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I.

Als gelernter Berater kenne ich mich mit BullShitBingo (BSB) ein wenig aus. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationstechnik, die, wie ich glaube, zwei Effekte anstrebt:

  • Zum Einen geht es in der mitunter barocken Begrifflichkeit darum, einen banalen Sachverhalt mit dem Anschein von Expertise und (akademisch angehauchter) Exaktheit zu überhöhen und aufzupeppen; auch ist man vom Fach und verfügt über das herrschaftliche Stichwort-Wissen.
  • Zum anderen, und das auch auf der Seite der Rezipienten, verdecken Einsatz und Resonanz des BSB einen strukturellen Konservatismus, ein Abwehr-Code, dem eher daran gelegen ist, das Bestandsdenken frisch anzumalen, als darum, tatsächlich die Richtung zu ändern. Um etwas ändern zu wollen, müsste man es beim Namen nennen; hinter fachsprachlichen Firewalls bleiben die Kritiker wie die Verhältnisse wohl behütet.

Ich habe lange geglaubt, dass diese Attitüde sozial (hüstl) konnotiert ist und in einem wirtschaftlichen orientierten Hipster-Umfeld ihre Heimat hat.
Nein, ist sie nicht, hat sie nicht.
Seit dem ich mich wieder öfter und intensiver mit gesellschaftlichen Themen beschäftige und hier versuche, auf die Höhe der verschiedenen (hüstl) Diskurse zu kommen, stelle ich fest, dass es im akademischen Milieu anderen, aber doch vergleichbaren Begriffsmüll gibt. Adorno diagnostizierte 1964, lange her, einen „Jargon der Eigentlichkeit“; natürlich tönt der Jargon heute anders.

II.

Andreas Reckwitz (AR) hat bei mir einen schweren Stand. Ich erwarb die – whow! – bereits dritte Auflage noch im Jahr der Veröffentlichung 2017, um mir ein Bild von dem Hype zu machen, der seinerzeit das Feuilleton berauschte; ich kam nicht weit. Es ist ja wie verhext: Wenn so ein sperriges Werk dermassen durch die Decke geht, glaub ich ja gern, dem Autor sei die Rettung der Welt gelungen. Aber wenn ich dann auf den ersten 50 oder 100 Seiten vor Enttäuschung in mich zusammensinke, da kommt mir so ein beissender Ärger auf, der mich alle Konzentration kostet. Ich schimpfe dann und keckere und kann nicht wirklich weiter lesen. Abgesehen von der BSB-Sprache kam mir der Ärger im Falle AR mit seiner begrifflichen Annexion: Die Singularität.

Reckwitz hatte, zumindest in meinen Augen, einen Kardinalfehler begangen, als er der Singularität zunächt einen Plural angeheftet hatte – und dann auch noch eine ganz andere Bedeutung. In meiner Welt bezeichnet die Singularität seit Schulzeiten den Urknall. Später lernte ich, dass es vielleicht mehr als eine davon gibt, aber doch eher wenige. In den letzten 30 Jahren, und eigentlich bereits seit John von Neumann, das war etwa 1959, bezeichnet die Singularität, Singular, jenen Moment, in dem eine Maschine zu Bewusstsein kommt. Vernor Vinge hat dem Begriff der (damals noch „technologischen“) Singularität 1993 einen Essay gewidmet; zahlreiche andere Autoren haben sich mit dieser Frage befasst, darunter Ray Kurzweil, bei dem ich erstmals auf den dazu gehörenden Gedanken, und möglicherweise auch schon auf den Begriff gestossen bin (nämlich in „Homo S@piens“, 1999; … ich bin mir fast sicher, hab ihn aber auf die Schnelle nicht wiedergefunden). In seinem Buch „The Singularity is near“ von 2005 steht er dann bereits im Titel. Anyway: diesen inzwischen gut eingeführten Begriff nunmehr für die Soziologie zu kapern und, sons passt’s ja net, komplett umzuinterpretieren, ist eine (sprachlich, vielleicht auch akademisch, zulässige aber) intellektuell schwache, auch etwas schäbige oder Gesellschafts-blinde Geste, der sich ein integrer Wissenschaftler nicht schuldig machen sollte. Jedenfalls habe ich das Buch, nachdem ich mich ausreichend echauffiert hatte, zur Strafe auf einen hinteren Regalplatz verwiesen. Gleich neben Nassehi.

Jetzt, Jahre später und für die obwaltenden Aufmerksamkeitszyklen natürlich viel zu spät, hab ich ihn noch mal vorgenommen. Dass AR dieser „Fehler“ unterlaufen ist, könnte daran liegen, dass er, vielleicht, Ray Kurzweil nicht kennt (der gewiss der bekannteste unter den genannten „Singularisten“ ist). Das würde zu meiner Kernthese passen, die ich weiter unten ausführe. Aber: stimmt nicht, er kennt ihn! Kurzweil steht mit „The Singularity is near“ im Literaturverzeichnis. Dann bleibt eigentlich nur noch, dass AR Kurzweil pro forma auflistet, sozusagen: um dem Vorwurf der Ignoranz zuvor zu kommen, ohne die Aussagen eigentlich zur Kenntnis genommen zu haben. Zu dieser Überzeugung gelange ich auf Seite 47, auf der AR die Singularität für „begriffshistorisch vergleichsweise unbelastet, ja nahezu ein Neologismus“ erklärt. C'mon, das ist schon … krass, oder?

Ich will nur rasch darauf hinweisen, dass ich „die Singularität“ selbst nicht dem Jargon zuschlage, wohl aber vieles anderes, mit dem AR ausgiebig hantiert, darunter den „apertistisch-differenziellen Liberalismus“, das „Normative“ und die „Performanz“ (mit denen sich das Publikum ca. seit „das Narrativ“ herumschlagen muss), die „Dynamik der Valorisierungen“, den „Kulturessenzialismus“ und eine Reihe anderer Getüme.

III.

Wenn es aber so wäre, mein Verdacht, dass AR in seiner Sprache – bewusst oder unbewusst – etwas zu verstecken sucht, was wäre das?
Ich meine, es ist ein analytisches Schielen; es sind Blindstellen.

Sein Kapitel von der postindustriellen Ökonomie der Singularitäten beginnt mit einer soliden Fehlinterpretation. „Seit den 1980er Jahren transformiert sich die westliche Wirtschaft von einer Ökonomie der standardisierten Massengüter zu einer Ökonomie der Singularitäten.“ (111) Natürlich ahne ich, was er meint: sozusagen den Trend zur Sonderausstattung; aber! Das sind aber keine „Singularitäten“! Richtig erscheint mir vielmehr, dass – on Top übrigens der Platform-Strategie, die sich viele Branchen zu eigen gemacht haben und die geradezu das Gegenteil einer Ökonomie der Singularitäten verkörpert – eine zunehmende Modularisierung der Produkte die Standardisierung von der Oberfläche weg in das Gehäuse hinein verlegt. Es werden a) weiterhin Massenprodukte hergestellt und an ein Massenpublikum verkauft – nur ein Beispiel: über zwei Milliarden iPhones und sogar noch mehr Samsung SmartPhones –, selbst wenn sie b) mal mit 32 GB oder 64 GB RAM, oder … mit Sitzheizung oder HeadUp Display, mit Mahlwerk oder Rührwerk, mit Grill oder mit Drehspiess oder mit beidem oder ohne beides etc. pp ausgestattet werden. Von Ikea zu schweigen, und selbst die einzigartigen Stücke der exquisiten, handgefertigten Home Collection von Ralph Lauren entstanden, als es sie noch gab, in Serie.

AR spezifiziert die These (auf den Seiten 112-114) auf vier Ebenen: „Das eigentlich postindustrielle der spätmodernen Ökonomie ist vielmehr darin zu suchen, dass sich (…) erstens die Form der Güter selbst, zweitens die Produktionsweise und damit auch die Arbeits- und Organisationsformen, drittens die Form des Konsums und viertens die Märkte, auf denen die Güter zirkulieren [unterscheiden].“

So hätten die Güter erstens eine kulturelle Qualität und einen kulturellen Wert. Die These liesse sich stützen: wie bereits erwähnt mit Hinweisen auf Apple vs. Samsung vs. alle anderen; oder mit Mercedes vs. BMW vs. VW; oder mit MontBlanc vs. Pelikan vs. Faber-Castell etc., oder anders gesagt: Marken differenzieren Zielgruppen. Das ist nun aber wahrlich nichts Neues. Die sozialen- und Status-Aspekte dieser Differenzierung fanden ebenso in der Hochmoderne statt, etwa in der Markenpolitik von Opel (Kadett/Commodore/Kapitän/Admiral) oder der Raumausstattung grosser Hotelketten (Zimmer/Junior-Suite/Suite/Präsidenten-Suite). Mit, zugegeben, etwas Mühe könnten wir ähnliche Differenzierungen noch früher aufspüren, bei Kleingärten, Gärten, Parks und Landsitzen oder bei der Silberbüchse und dem Bärentöter, Schwertern und Damaszener-Schwertern. In anderen Worten: Der Statusgehalt des Produktes ist – immer schon – eine Begleiterscheinung der Produktion; wenn nämlich ein Produkt den proof of concept bestanden hat und „funktioniert“, bleiben dem Marketing nur Attribute (Autoradio, elektrische Fensterheber, ABS, Navi, Bose …) und schliesslich, in reifen Märkten, nur noch die Erscheinung, das Design, um sich im Markt zu differenzieren.

Wo AR von der Produktionsweise spricht, führt er nicht etwa eine zunehmende (Voll-)Automatisierung ins Feld, sondern spricht von der Verlagerung der Arbeit in Projektgruppen. Ohne dabei zu bemerken, dass es die hochautomatisierte Pozesslinie ist, und damit eine zunehmende Komplexität und an holisitischen (Produkt-)Kriterien ausgerichtete Anforderungen an die menschliche Zuarbeit, die den stumpfen Fliessbandzuschnitt nicht mehr zulässt. Nicht Kreativität oder kulturelle Werte treiben diese kollektive Arbeitsform (… das gibt es … auch), sondern ausdifferenzierte und vor allem je Prozessabschnitt gleichzeitige Maschninenanforderungen.

Auf der dritten Ebene sieht AR eine singularistische Struktur der kulturellen Konsumtion – und zwar in der Ausdifferenzierung der Lebensstile. Ein künstliches Argument, wie ich meine, wird doch die Konsumtionsform vom Produkt vorgegeben, oder sagen wir: vorgedacht. Ich habe allerdings auch Zweifel, darin einen post-industriellen Ausweis erkennen zu können; erinnere ich mich doch an Jaques Tatis „Mon Oncle“; oder die Detail-versessenen Ausstattungsorgien in Doris Day-Filmen wie „Pyjama für zwei“ – die ich hier als Repräsentanten ihres Zeitgeistes zitiere.

Dann werden viertens Standardmärkte für funktionale Massengüter von Singularitätsmärkten abgelöst.
Meint er Amazon? Ebay? ReBuy? Zalando? Manufaktum? 

Mir scheint, der Soziologe konzentriert seine Beobachtungen auf kulturelle Aspekte (die ich im Einzelnen und als solche nicht pauschal bestreite), anstatt auf die  Entwicklung der Produktion und der Produktionstechnik zu schauen (ich würde sagen: une déformation profesionnelle) – und zieht einseitige, falsche Schlüsse daraus. Zuweilen räumt er ein (123), dass es eher eine Verschiebung als ein Bruch sei, den er konstatiere. Gleichwohl bleibt meine Kritik, dass seine Beobachtungen wie vom grünen Tisch, wie aus dem Netz, wie aus dem Elfenbeinturm erscheinen.

Das Buch ist 2017 erschienen, vermutlich also ab 2014 oder 2015 entstanden. Mindestens die Finanzkrise, vermutlich auch die Migrationskrise, waren damals bereits Geschichte. Und auch die Klimakrise ist keine Erfindung der fridays for future: die UN-Klimakonferenz hatte 2015 ihr 21. Jahrestreffen mit dem berühmten Pariser Vertrag abgeschlossen! Das Allgemeine stand mit breiten Beinen vor der Tür, während sich der Soziologe über die Lebensformen seines apertisdingens-Milieu auslässt. Noch wo er sich mit der Digitalisierung beschäftigt, behandelt er Kulturphänomene. „Natürlich determiniert die Technik soziale Strukturen nicht in einem strengen Sinne.“ (225) Vielleicht ausser in der Arabellion (nach 2010). Vielleicht ausser mit WeChat (ab 2011). Oder Facebook, Twitter. Mag sein, dass die Wissenschaft seinerzeit noch nicht das volle Spektrum der Digitalisierung überblicken konnte, war ja alles Neuland; was Reckwitz aber überhaupt nicht erfasst, ist die Tatsache, dass die Digitalisierung eine Revolution der Produktionsformen und in der Folge der Ökonomie im Allgemeinen ist. Er dagegen behandelt „Die Technologie der Kulturalisierung“.

IV.

Auch sein politischer Blick leuchtet mir nicht ein: Blickt man auf die aktuelle Staatsquote, so hat man gute Gründe, ARs Diagnose vom Verlust der staatlichen Steuerung zugunsten individueller und markt-getriebener Perfomanz für komplett implodiert zu erachten. Reckwitz hat seine Analyse in einer Krise „des Allgemeinen“ zusammengefasst und diese mit Krisen der „ Anerkennung“, der „Selbstverwirklichung“ und des „Politischen“ begründet, wobei dieses Politische eben der Verlust jener Steuerungsfunktion auszeichnet, die als charakteristisches Merkmal die Moderne geprägt habe.

Wir erleben mit der Pandemie, in der der Staat nicht nur steuert, sondern dirigistisch eingreift (und dies gesellschaftlich/medial geradezu gefordert wird) aber nicht den Einzelfall, der Reckwitz’ Regel bestätigt, sondern erkennen in seiner These eine eher im Grundsätzlichen gelegene Wahrnehmungsschwäche der herrschenden Wissenschaft, wenigstens eine seiner Soziologie. Es handelt sich um eine Schwäche der Beobachtung, der Analyse und, in der Folge, der radikalen Fehldiagnose, die bei AR zu einem Gesellschaftsbild zusammenfliessen, das mit den tatsächlichen Problemen nur noch wenig Berührung aufweist. Ich fasse es einmal polemisch: während sich Reckwitz mit kulturellen Verwerfungen aufhält, bricht hinter ihm das Weltmodell zusammen und die Menschheit ist in ihrem Bestand von der Klimakrise bedroht.
Offen gestanden: ich verstehe seine Analytik nicht.

Die „neuen Debatten“, die seine Krise des Politischen „provoziert“, sollen sich mit der „Rekonstitution des Allgemeinen innerhalb einer Gesellschaft der Singularitäten“ (440) beschäftigen, ein Allgemeines, das nicht „vorgefunden werden“ kann, sondern erst „verfertigt“ werden muss. Geht’s noch? Das gesuchte Allgemeine entsteht unmittelbar in Krisen, die sich einen kühlen Kericht um die Verfasstheiten von irgendwelchen SingulArien kümmern.

Die Sache ist mir ungeheuer, weil … ich zugleich nicht in Abrede stellen kann, dass viele einzelne Beschreibungen der Gegenwart den Spiegel vorhalten und aktuelle Zustände und Befindlichkeiten auf den Punkt bringen; But!

Who cares?!

Was, bitte, ist gewonnen, wenn AR ausführlich „die Bausteine des singularistischen Lebensstils“ (Essen, Wohnen, Reisen, Körper …usw.) über 40 Seiten ausbreitet? Es ist dieser Blick auf das Behavioristische, der mitunter trifft, aber in seinen Gegenständen sowohl von der Corona-Krise, und umso mehr von den kommenden Krisen, umstandslos vom Tisch gewischt wird: es sind Moden. Und deswegen:

So What?!

Reckwitz’ „Krise des Allgemeinen“ – nämlich die der „Anerkennung“, der „Selbstverwirklichung“ und des „Politischen“ – ist vorbei, wenn mal wirklich Krise ist. Es mag schon sein, dass AR eigentlich Phänomene der Dekadenz diagnostiziert, sagt er aber nicht. Erst zwei Absätze vor Schluss räumt er ein, dass die von ihm diagnostizierten Wandlungen „sich mittlerweile erschöpft [haben und dabei sind] einem neuen Paradigma Platz zu machen, das man als regulativen Liberalismus bezeichnen könnte.“ In der Fussnote dann zieht er in Erwägung, von einem Post-Liberalismus zu sprechen, entscheidet sich aber dagegen. Das könnte man gesondert diskutieren!
Hier aber, auf Seite 441 (von 442), hätte er ansetzen müssen, sollen, um irgendetwas zu beschreiben, womit sich die Zukunft gestalten liesse.

Das nenne ich den struktur-konservativen Gehalt einer Wissenschaft, die sich hinter ihrem BSB versteckt: 440 Seiten hält uns Reckwitz unter Dampf, mit Beobachtungen, die vergangen sind, die eine ausklingende Epoche charakterisieren. Bei Thomas Mann, Robert Musil oder Joseph Roth liest man die Diagnose zum (und mit) Vergnügen; dafür reicht es hier nicht.

V.

Ein paar Einschränkungen, die mein harsches Urteil relativieren: Ich habe nur Ausschnitte gelesen (~200 Seiten vielleicht), sozusagen „meine Themen“. Persönlich reicht mir das aus, für ein belastbares Urteil genügt es nicht. Es mag also sein, dass sich im Gebälk der Argumente Strecken finden, die mich in Teilen entkräften oder wo der Autor seine eigenen Beobachtungen relativiert. Gleichwohl steht er fest zu seiner zentralen These der „Singularisierung“; soviel kann ich schon sagen. Ich habe den Verdacht, dass die Anerkennung und der Hype um sein Buch damit zu tun haben, dass wir alle gerne hören, Einzelne zu sein, Individuen, und uns darin bestätigt sehen, einen eigenen, erkennbaren, besonderen Stil zu pflegen (und da reicht es nicht einmal zu einer echten Denunziation). 

  • Ich räume aber auch ein, erstens, dass es nicht die Aufgabe der Soziologie ist, die Welt zu retten, sondern zu erklären, was in der Welt geschieht.
  • Zweitens ist mir der Forschungsstand, den AR möglicherweise als (akademischen) Referenzraum adressiert, weitgehend unbekannt. Immerhin: So lese ich ihn aber auch nicht! Der Verlag gibt an, es sei ein „wegweisendes Buch“ und so hat ihn das Feuilleton rezipiert. Ich messe ihn also daran, welchen Weg er uns weist; und sehe den nicht.
  • Drittens aber macht ja nicht Reckwitz selbst den Fehler, wenn er gehyped wird, sondern der Verlag, das Feuilleton, ein intellektuelles Juste Milieu, das sich vom Jargon blenden lässt und überhaupt sich mit dem Denken schwer tut.