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Wer schon würde sich als illiberal bezeichnen? Allein der Hinweis auf Victor Orban genügt, um grösstmöglichen Abstand zu suchen. Ex negativo ist sofort klar, dass wir aber so was von liberal sind! Umgekehrt, sozusagen ex positivo, wäre dagegen gar nicht so einfach, den Liberalismus jenseit einiger Gemeinplätze zu definieren. Zufällig (?) haben Raymond Geuss und Francis Fukuyama ziemlich zeitgleich darüber nachgedacht, was Liberalismus ist und wie sie dazu stehen.

Nimm diesen Kalenderspruch von Ludwig Wittgenstein: „Die Grenzen Deiner Sprache sind die Grenzen Deiner Welt”. Dreh in um und …Du findest in Deiner Sprache die Welt. Analog: Du bist, was du isst; also: Du lebst, was Du redest; vermutlich richtig. Die kritische Paraphrase aber besagt: Die Sprache macht blind für alles, was sie nicht abbildet. Wiederum umgedreht, kannst Du, können sich, in Deiner Sprache Blindstellen oder Zugriffslücken verstecken.

Es gibt einen Wikipedia-Eintrag für den Essay, eine „offizielle“ Definition der Gattung dagegen gibt es nicht. Man liegt nicht ganz falsch, in einem Essay den Versuch zu sehen, ein kulturelles oder politisches Thema in seiner Breite und Tiefe zu behandeln. Genau das macht es schwer, den Essay "Todesalgorithmus" von Roberto Simanowski zusammenzufassen.

»Jede Klasse kann ihre historische Mission geschichtlich "verpassen" , kann scheitern - andere "Klassen" müssen dann unter neuen historischen Bedingungen "alte Kämpfe" austragen. Geschichtsbewußtheit und verantwortungsbewußte praktisch-umwälzende Tätigkeit allein vermögen dies zu leisten.« [qtip:(1)|Rudi Dutschke, Zur Literatur des revolutionären Sozialismus; zitiert nach: http://www.infopartisan.net/archive/1967/266764.html, abgerufen am 3-VII-2018.]