Literatur
Es gibt viele lesenswerte Science Fiction, die Zukünfte entwerfen: Ob Utopie oder Dystopie, wir lesen sie zumeist als eine Kritik der Gegenwart. Doch wie in einer unausgesprochenen Verabredung geht mit der Ausgestaltung der Zukunft kein Anspruch auf Gestaltung der Gegenwart einher. Der Ent/Wurf reicht voraus, das genügt. Die Rückbindung zur Gegenwart ist abgerissen.
Sympathie mit Kritik in einem Topf zu verrühren ist keine einfache Aufgabe. Im Fall von DD – Dietmar Dath ist das besonders schwer, zumindest geht es mir so. Abseits seiner Arbeiten für das Feuilleton der FAZ, die ich seit einigen Jahren
Porth, Goetz, Houellebecq, Biller, Berg. Nicht eben meine literarische Grundversorgung, oft genug reizt es mich nicht einmal zur Kritik. Sibylle Berg hat sich mit GRM-Brainfuck in meiner persönlichen Literaturgeschichte eine eigene Kerbe verdient, OBWOHL ich das Buch ziemlich widerlich finde.
Spoiler: soweit mir das nötig erscheint, werde ich wesentliche Teile der Geschichte offenlegen. Das könnte der Verwirrung, die Jeff VanderMeer in seiner Southern Reach-Trilogie erzeugt, erzeugen will, abträglich sein.
Erst „gestern“ habe ich Yanis Varoufakis aus den Händen gelegt und darüber geschrieben, heute lese ich „Tyll“ von Daniel Kehlmann. Griechenlands (Ex-)Finanzminister heute und Eulenspiegel im 30-jährigen Krieg, die haben nun wirklich nix miteinander zu tun. Und doch gibt es da eine Koinzidenz, bei der ich lachen musste; es war dieses Lachen aus Staunen oder Ungläubigkeit oder „nee, ne?“
Es gibt viele Ereignisse, Neuerscheinungen, product launches oder Sachverhalte, die mit grossem Ankündigungstamtam aufpoppen. Oft ist das gut, ich kann „uninteressante“, „falsche“ oder „blöde“ Sachen auslassen, diesen Film oder jenes Buch.
Luchterhand veröffentlichte „Leere Herzen“ von Juli Zeh am 13. November.